St. Brictius, 6.11.2011. Es war zweifelsohne ein besonderes Geschenk: Der Burgsteinfurter Professor Martin Poppe stellte am Sonntag in der Brictiuskirche seine eigens fĂŒr Pfarrer Wolfgang Böcker verfasste Komposition vor. Die Partitur hatte der "Freundeskreis Schöppinger Konzerte" zum Priester-JubilĂ€um und der gleichzeitigen Verabschiedung des Geistlichen in Auftrag gegeben.

Poppe prĂ€sentierte ein StĂŒck, das den Zuhörer auf einen musikalischen Ausflug durch verschiedene LĂ€nder und Zeiten mitnahm. Zugleich war es ein Experiment: Denn bei der Besetzung seiner "Reise des Brictius von Tours nach Schöppingen" orientierte sich der Komponist an den Instrumenten, die auf den Fresken in der Kirche zu sehen sind. So stellte er mit Trommel (RĂŒdiger Wolbeck), Flöte (Jeroen van Lexmond), Violine (Maia Shamugia), Harfe (Brigitte Langnickel-Köhler) und Gitarre (Martin Poppe) ein ungewöhnliches Ensemble zusammen.

Als Grundlage seines Werkes wĂ€hlte Poppe ein Thema, das der Preußenkönig Friedrich der Große vermutlich im Jahr 1747 Johann Sebastin Bach zur Komposition vorlegte. Dieses abstrahierte er immer wieder aufs Neue, bis sechs StĂŒcke in verschiedenen Formen entstanden. Die musikalische Reise begann bei einem Rundtanz, wie er auf einem Marktplatz im Frankreich der Renaissance zu hören gewesen sein könnte. Sie fĂŒhrte dann zu einer Passacaglia in den Alpenraum. SpĂ€ter fand sich das Publikum bei einem Concerto Piccolo in Venedig wieder, bevor es zu einem Abstecher in die Klassik Nordeuropas mitgenommen wurde. Auf diese leise, aber nicht ganz leichte Kost folgte ein Walzer, wie er beim Wiener "Kongress 1814712" gespielt worden sein könnte. Schließlich tauchten die Zuhörer bei einem Bossa Nova ein in das Brasilien des vergangenen Jahrhunderts.

FĂŒr die abwechslungsreiche Darbietung ernteten die Musiker um Martin Poppe minutenlangen Beifall vom Publikum. Auch der Beschenkte zeigte sich begeistert: "Da war viel Ernstes dabei, aber auch viel Lustiges – wie im Leben auch" sagte Wolfgang Böcker. Er hatte die Partitur schon bei den Festlichkeiten im Sommer ĂŒberreicht bekommen und war auf die UrauffĂŒhrung umso gespannter gewesen.

Mit der Komposition wollte sich der Freundeskreis fĂŒr Böckers Engagement bei den Kirchenkonzerten bedanken. UnterstĂŒtzung bekam er dabei von zahlreichen Vereinen und VerbĂ€nden.

 (Quelle: WN vom 08.11.2011; Foto: Ulf Kapitza)